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03.10.2016

Braunschweiger Filmfestival eröffnet Jubiläumausgabe mit Filmkonzert „Henry V.“ - Vorverkauf gestartet

Das 30. Internationale Braunschweiger Filmfestival startet mit einem Filmkonzert zum Spielfilm „Henry V.“ aus dem Jahr 1944. Zur Eröffnung am 7. November 2016 um 20:00 Uhr in der Stadthalle Braunschweig spielt das Staatsorchester Braunschweig unter der Leitung von Helmut Imig und in Begleitung des KonzertChor Braunschweig, einstudiert von Matthias Stanze.

Niemand geringerer als der legendäre britische Schauspieler Sir Laurence Olivier brachte den Historienstoff auf die Leinwand. Dabei führte er nicht nur Regie, sondern trat auch als Produzent in Erscheinung, schrieb das Drehbuch und spielte überdies noch die Titelrolle. Für das „British Film Institute“ zählt „Henry V“. bis heute zu den besten britischen Filmen aller Zeiten. 1947 erhielt Olivier für „Henry V - The Chronicle History of King Henry the Fifth with His Battell Fought at Agincourt in France“ den Ehren-Oscar. Der Film selbst war in vier weiteren Kategorien nominiert; als Bester Film, Bester Hauptdarsteller, Beste Ausstattung und für die Beste Filmmusik.

Eben diese Filmmusik, komponiert vom britischen Komponist William Walton, führt das Staatsorchester Braunschweig unter der Leitung von Helmut Imig am 7. November in der Stadthalle Braunschweig auf. Waltons üppig-spätromantische Musik markiert den Beginn einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit seinem Regisseur. Denn neben zahlreichen Konzerten, Opern, Sinfonien und Balletten sind es vor allem die drei Filmkompositionen zu Oliviers Shakespeare-Adaptionen von „Henry V.“, „Hamlet“ (1947) und „Richard III.“ (1955), mit denen sich Walton international einen Namen geschaffen hat.

Für Festivaldirektor Michael P. Aust ist der Film ein Glücksfall: „Zum Jubiläum beschäftigen wir uns mit einer der Wurzeln des Films: dem Theater. „Henry V.“ hat hier eine Brückenfunktion: Man sieht, wie sich ein abgefilmtes Theaterstück in einen richtigen Film verwandelt – um dann wieder im Theater auf der Bühne zu enden. Der Film ist damit ein kraftvolles Statement einerseits für unseren Schwerpunkt ‚Film und Theater’, andererseits für unsere Filmreihe mit Shakespeare-Verfilmungen ‚Shakespeare Remmi-Demmi’ zum 400. Todestags des Autors.“

Als Hommage an Shakespeare beginnt der Film: mit einer Panorama-Aufnahme von London um 1600 und dem berühmten „Globe Theatre“, in dem das gleichnamige Schauspiel 1599 zur Uraufführung kam. Erzählt wird die Geschichte des noch jungen und unerfahrenen Monarchen Heinrich, der durch einen Krieg mit Frankreich zu einem König von Größe und Format heranreift. In der Schlacht von Azincourt vermag er es, seine den Franzosen unterlegenen Truppen so zu motivieren, dass sie als Sieger aus diesem Kampf hervorgehen und er die Königreiche von England und Frankreich vereinen kann.

Dem zeitgenössischen Publikum war der Bezug zur Gegenwart allzu offensichtlich. Im Geiste des Shakespeareschen Stücks bemühte der Film die Historie als Brennglas, um auf die aktuelle politische Lage zu verweisen. So gilt „Henry V.“ nicht nur als Meilenstein der filmischen Shakespeare Interpretation, sondern auch als ein wichtiges Stück Kriegspropaganda, dem gleichsam etwas Prophetisches innewohnte: Uraufgeführt wurde der Film am 22. November 1944, dem Tag nach der letzten Londoner Verdunkelung.

Wie die Braunschweiger Zuschauer heute ihren Shakespeare angesichts des Brexit interpretieren? Man darf gespannt sein.

Filmausschnitt: https://www.youtube.com/watch?v=nvFY93WBPPY

Filmkopie der FILMPHILHARMONIC EDITION
Film mit Genehmigung von Park Circus Ltd.
Musik mit Genehmigung der Sewell/Kay Edition.


Ticketsüber das Staatstheater Braunschweig:
http://staatstheater-braunschweig.de/staatsorchester/produktion/details/filmkonzert/

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