Archiv 2009
Vistas Latinas - Neues Lateinamerikanisches Kino
„Wir waren gestern im Lincoln-Theater und haben einen Film gesehen, den Oliver Stone in den vergangenen Monaten gedreht hat
und dessen Titel bereits zum Nachdenken anregt. Der Film heißt 'Südlich der Grenze'. (...) Südlich der Grenze findet eine Revolution
statt. Es ist notwendig, dass die Welt das sieht, es annimmt und akzeptiert, denn das ist eine Realität, die sich nicht ändern wird“
(Hugo Chávez vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen, 24.9.2009).
Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen und sozialen Kämpfe in Süd- und Mittelamerika vollzieht sich ein Generationenwechsel im
Filmschaffen, neue Zentren der Filmproduktion entstehen unter anderem in Lima, Guadalajara, Cartagena de la India, neue Filmförderungen
werden etabliert, lateinamerikanische Filmfestivals machen mit ästhetischen Entdeckungen auf sich aufmerksam.
Auf den großen europäischen Festivals machen das lateinamerikanische Kino und seine jungen Filmschaffenden von sich reden: Großer Preis der Festivaljury von Cannes
2007 für den Mexikaner Carlos Reygadas und seinen dritten Spielfilm STELLET LICHT, Goldener Leopard des Filmfestivals Locarno 2008 für das Spielfilmdebüt PARQUE VIA des
Mexikaners Enrique Rivero, Goldener Bär der Berlinale 2009 für den zweiten Film LA TETA ASUSTADA der Peruanerin Claudia Llosa,
Großer Preis der Berlinale-Jury für das Debüt GIGANTE des Argentiniers Adrián Biniez.
Diese beispielhaft aufgezählten Festivalerfolge verweisen auf eine aufregend moderne Bildund Formsprache, die viele Werke des aktuellen
lateinamerikanischen Kinos auszeichnet. Die stilistische, narrative und dokumentarische Vielfalt ist dabei so reichhaltig und unterschiedlich
wie der Kontinent selbst. Viele dieser Produktionen werden mit europäischen, oft spanischen Koproduzenten, verwirklicht.
Im Rahmen des Festivalschwerpunktes VISTAS LATINAS stellen wir eine rein subjektive Auswahl des aktuellen lateinamerikanischen
Kinos vor. Die ausgewählten Filme aus Mexiko, Peru, Bolivien, Chile, Kolumbien, Argentinien und Kuba geben Auskunft über
die Welt- und Selbstbilder ihrer Regisseure, über ihre Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Realität und über neue ästhetische
Ausdrucksformen.
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