28.10.2014

28. Internationales Filmfestival Braunschweig gibt Programm bekannt

„European Actors Award“ für Mads Mikkelsen +++ Eröffnung mit „ALICE IM WUNDERLAND – Disney in Concert“ in deutscher Filmkonzertpremiere +++ 25 Premieren +++ Kooperation mit Kunstmuseum Wolfsburg +++ Industry Talk: Digital Distribution

Mads Mikkelsen in MICHAEL KOHLHAAS

Mads Mikkelsen ist der Stargast des 28. Internationalen Filmfestival Braunschweig
(11.-16. November). Das Festival ehrt den dänischen Schauspieler für seine herausragenden darstellerischen Leistungen und Verdienste um die europäische Filmkultur. Den mit 10.000 Euro dotierten Preis stiftet Volkswagen Financial Services.

Im Publikumswettbewerb für europäische Debüt- und Zweitfilme präsentiert das Festival zehn Produktionen aus zehn Ländern, darunter acht deutsche Premieren. Den Preis von 10.000 Euro stiftet Filmfestival-Hauptsponsor Volkswagen Financial Services. „Im Zentrum stehen in diesem Jahr die bedrohlichen Lebenswelten der Film-Protagonisten – an Europas Rändern, aber genauso in seiner reichen Mitte. Daneben ist die Auseinandersetzung mit der Rolle der Väter ein zentrales Motiv im Wettbewerb“, so Festivaldirektor Michael P. Aust.

Eine Jury aus sechs jungen Deutschen und Französinnen vergibt den KINEMA-Jugendpreis für den besten Debütfilm aus Deutschland oder Frankreich. Über den mit 2.000 Euro dotierten Kurzfilm-Musikpreis „Der Leo“ für die beste Verbindung von Musik und Film entscheiden Regisseur Jan Martin Scharf, Medienkünstler Jan Verbeek und Journalist Andreas Wirwalski.

„Neues Internationales Kino“
Mit 14 Filmen bildet die Reihe „Neues Internationales Kino“ den Stand des aktuellen Arthousekino in so unterschiedlichen Ländern wie Kambodscha, Finnland, Georgien und Brasilien ab. Mit „An Odd Fish“ aus Hong Kong und „M Cream“ aus Indien sind zwei europäische Erstaufführungen dabei. Außerdem ist der soeben für den Auslands-Oscar nominierte und in Cannes ausgezeichnete „Leviathan“ von Andrey Zvyagintsev aus Russland im Programm.

„Neue deutsche Filme“
Ein roter Faden zieht sich durch die Reihe „Neue deutsche Filme“ – Menschen in schwierigen und extremen Lebenssituationen; sei es aufgrund politischer Umstände, wie bei „Schweizer Helden“ von Peter Luisi, der 2004 den „Heinrich“ gewann, oder im Rückblick auf die DDR wie in „Dessau Dancers“, in dem Jugendliche Break Dance gegen die Bürokratie setzen. Seine Weltpremiere feiert „Von glücklichen Schafen“ von Regisseur Kadir Sözen.

„Behind the Wall“
Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Mauerfalls blickt das Festival mit der Reihe „Behind the Wall“ auf Orte, an denen noch heute Mauern, physische wie psychische, Menschen trennen, einsperren oder aussperren. Regisseur Roland Gräfe, 1989 Gast in Braunschweig, erinnert mit der Vorstellung von „Die Flucht“ (1977) an ein denkwürdiges Filmfest zwischen offenen Grenzen – und leeren Sälen. Die Reihe „Behind the wall“ wird unterstützt von der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz.

Musik und Film mit Jean-Michel Bernard und Michael Riessler
Dem Komponisten Jean-Michel Bernard ist das Porträt der Reihe „Musik & Film“ gewidmet. Der vielseitige Franzose schrieb nicht nur die Musik für so unterschiedliche Filme wie Chabrols „Stille Tage in Clichy“ oder Michel Gondrys „Anleitung zum Träumen“. Er ist leidenschaftlicher Live-Musiker, über den Ray Charles sagte: „That kid is better than me“. Dass er zudem ein sehr unterhaltsamer Erzähler ist, beweist er bei „Talking Piano“ im Städtischen Museum, wenn er am Klavier über seine Musik spricht.

Edgar Reitz‘ „Die andere Heimat“ ist vielfach preisgekrönt. Die Musik zu diesem Jahrhundert-Epos schrieb und spielte Komponist Michael Riessler. Gemeinsam mit dem Akkordeonisten Jean-Louis Matinier wird Riessler ein durch den „Heimat“-Zyklus und dessen Bilder inspiriertes Konzert mit seiner Filmmusik spielen. Riesslers Filmmusik entsteht als improvisierte Musik und hat ihre Wurzeln im Jazz und Neuer Musik.

„Sound on Screen Festival Edition“
Musik steht auch im Mittelpunkt der neuen Reihe „Sound on Screen Festival Edition“, der seit vier Jahren erfolgreichen Musikfilmreihe des Universum Filmtheaters. Wie politisch Musik ist, zeigt deren Sektion „Music is my weapon“ über „Pussy Riot“ oder den nigerianischen Bandleader Fela Kuti in „Finding Fela“. Die Rubrik „Spotlights“ widmet sich mit Filmen wie „Pulp“ und „Björk: Biophilia Live“ großen Konzertereignissen.

„German Angst“
Zum ersten Mal auf dem Filmfest kommen auch Horror-Fans auf ihre Kosten. Die drei Horror-Altmeister Jörg Buttgereit, Michal Kosakowski und Andreas Marschall lassen uns bei der Entstehung ihres neuen Films „German Angst“ über die Schulter schauen. In der neuen Mitternachtsschiene „German Angst at midnight“ zeigen sie eine Auswahl von Filmen wie „Es geschah am hellichten Tag“ (1958) oder „In drei Tagen bist Du tot 2“, die ihnen als Inspiration dienten.

Filme aus Braunschweig
Erstmals ist die Hochschule für bildende Künste mit allen vier Filmklassen (Breitz, Brynntrup, Schnitt, Institut für Medienforschung) vertreten. Ebenfalls neu im Programm ist die Reihe „Braunschweig Heimspiel“. Sie zeigt am letzten Festivaltag sechs Programme mit aktuellen Produktionen aus der Region.

Mit dem Roten und Blauen Saal im Braunschweiger Schloss erschließt sich das Festival zwei zusätzliche Orte. Hier werden vor allem die Kurzfilmprogramme sowie Präsentationen zu sehen sein. Darunter die japanische Medienkünstlerin Aki Nakazawa mit ihrem Vortrag „Musikvideos aus Japan – Surrealität im Alltag“ über den extremen Kontrast zwischen extravaganter Hochtechnologie und handgearbeiteter Analogtechnik sowie Johannes Duncker mit den „New Aesthetic: Shorts“, eine Reflektion der digitalen Oberflächen und Welten.

RealSurreal
Das Filmfest schaut in diesem Jahr über die Grenzen der Stadt hinaus. In Kooperation mit dem Kunstmuseum Wolfsburg zeigt es die Reihe „RealSurreal“. In zehn Programmen umkreist dieser cineastische Parforceritt durch die 1920er und 30er Jahre die Avantgarden von der Neuen Sachlichkeit und des Surrealismus. Damit setzt die Reihe, kuratiert von Olaf Möller, filmisch die gleichnamige, zeitgleich im Kunstmuseum Wolfsburg zu sehende Ausstellung fort. Im Wolfsburger Planetarium zeigt das Filmfest zudem das speziell für Full-Dome-Projektion ausgelegte Programm „WOBBS360“ sowie drei Kurzfilmprogramme.

Aktuelle Branchenentwicklungen stehen im Mittelpunkt des „Industry Talk: Digital Distribution“. Anlässlich der Einführung von netflix erläutern sechs Experten aktuelle Trends und Geschäftsmodelle rund um das Thema „Video on Demand“.

Filmkonzert „Alice im Wunderland - Disney in Concert“
Das Filmfest beginnt am 11. November 2014 mit der deutschen Premiere des Filmkonzerts „Alice im Wunderland - Disney in Concert“ in der Regie von Tim Burton. Es spielt das Staatsorchester Braunschweig unter der Leitung von Helmut Imig den Originalscore von Danny Elfman.

Insgesamt zeigt das Filmfestival 85 Lang- und 247 Kurzfilme mit einer Welt-, drei Europa- und 21 Deutschlandpremieren. Das Filmfest erwartet rund 90 Gäste aus der Filmbranche.

Der Vorverkauf startet am 7.11. im C1 Cinema und Universum Filmtheater.

Ticketpreise:
Einzelkarte für Roten und Blauen Saal: 5 €
Ticket vor 19:00 Uhr: 7 €                             
5er Karte: 33 €
Ticket nach 19:00 Uhr: 8 €                           10er Karte: 60 €                Dauerkarte: 79 

 

Das Internationale Filmfestival wird unterstützt von

 

 

 

 

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