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Shakespeare Remmi-Demmi!!!

Shakespeare Remmi-Demmi!!!

Mit Avons Barden ist es wie mit allen Klassikern, die diese Bezeichnung wirklich wert sind: Da steckt so viel Energie und Esprit drin, schierer Saft und krasse Kraft, daß die Texte auch zu steileren Adaptionen einladen. Oder anders gesagt: Wie besser den scham- und hemmungslosen Entertainer Shakespeare würdigen als durch eine kleine Auswahl von Genrefilmen, die frei und wild über seine Verse improvisieren, seine Geschichten, Situationen als Ausgangspunkt verwenden für immer wieder anders erstaunliche Konfektionskino-Exerzitien?! TWELFE NIGHT, OR WHAT YOU WILL als ausgelassenes Cross-Dressing-Musical Made in GDR (NICHTS ALS SÜNDE, 1965; Hanuš Burger); THE TRAGICALL HISTORIE OF HAMLET, PRINCE OF DENMARKE als rüd-surreal-poppiger Italo-Western (QUELLA SPORCA STORIA NEL WEST, 1968; Enzo G. Castellari); THE TRAGEDIE OF KING LEAR als bizarr-philosophische Endzeit-Träumerei zwischen Hochmoderne und Trash (KING LEAR, 1987; Jean-Luc Godard); und THE TRAGEDIE OF ROMEO AND JULIET als ultrabeschleunigtes Kampfkunstspektakel (ROMEO MUST DIE (2003; Andrzej Bartkowiak [& Yuen4 Fui1])! Die Wette war: Jedes Stück und jede Genretonart darf nur einmal vorkommen. Sie ward gewonnen – mit exakt jener einen winzigen Unschärfe, ohne die kein Stück und kein Filmprogramm je wirklich schön und reich sind. Olaf Möller