30

News Artikel

30.10.2018

Braunschweiger Filmfestival verleiht „Die Europa“ an Sandrine Bonnaire

„Die Europa“, der Hauptpreis des Internationalen Filmfestivals Braunschweig, geht in diesem Jahr an die französische Schauspielerin Sandrine Bonnaire. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und wird vom Hauptsponsor Volkswagen Financial Services gestiftet.
Sandrine Bonnaire wird die Auszeichnung auf der Preisverleihung am 10. November um 19:00 Uhr im Großen Haus des Braunschweiger Staatstheaters persönlich entgegen nehmen. Bereits um 15:30 Uhr spricht sie im Filmgespräch mit Filmjournalist und -publizist Daniel Kothenschulte über ihren Werdegang und ihre Arbeit als Regisseurin.

Das Festival verleiht den Preis für ihre herausragenden schauspielerischen Leistungen und Verdienste um die europäische Filmkultur. „Ein Film mit ihr kann gar nicht schlecht sein“, schrieb der Focus zu ihrem 50. Geburtstag über die Autodidaktin, die als siebtes von elf Kindern in einer französischen Arbeiterfamilie aufwächst.

Mit 16 wird sie von Maurice Pialat entdeckt und erhält für ihre Rolle in „Auf das, was wir lieben“ (1983) den César. 1985 der zweite César für Agnès Vardas „Vogelfrei“, sie dreht mit Téchiné, Leconte, Rivette, Wargnier, Doillon. 1995 wird sie für Chabrols „Biester“ als Beste Darstellerin in Venedig ausgezeichnet.

2007 widmet ihr die ARD eine ganze Filmreihe zum 40. Geburtstag. Die unkonventionelle Mimin arbeitete bei ihren 66 Filmen auffallend oft mit Regisseurinnen, bei der Rollenwahl ist ihr Blick unabhängig und klug.

Was die FilmemacherInnen an ihr lieben? Sie ist „berühmt für ihre schöne Strenge, die sie mit einem Lächeln von der einen auf die andere Sekunde aufzulösen vermag“ schreibt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Auch hinter der Kamera ist sie erfolgreich: Mit dem preisgekrönten Dokumentarfilm „Ihr Name ist Sabine“ porträtiert sie ihre autistische Schwester, sie dreht Dokus über die Musiker Higelin und Marianne Faithful. Zu ihrem Spielfilmdebut „J’enrage de son absence“ (2012) schreibt sie selbst das Drehbuch.

Das Filmfestival Braunschweig ehrt die großartige Schauspielerin mit einer Retrospektive mit acht ihrer Filme:
- Auf das, was wir lieben (À nos amours), Frankreich 1983, Regie: Maurice Pialat
- Biester (La cérémonie), Frankreich/Deutschland 1995, Regie: Claude Chabrol
- Est-Ouest – Eine Liebe in Russland (Est-Ouest), F/RUS/UKR/BUL/ESP 1999, Regie: Régis Wargnier
- Die Schachspielerin (Joueuse), Frankreich/Deutschland 2009, Regie: Caroline Bottaro
- Die Verlobung des Monsieur Hire (Monsieur Hire), Frankreich 1989, Regie: Patrice Leconte
- Vogelfrei (Sans toit ni loi), Frankreich 1985, Regie: Agnès Varda
sowie Sandrine Bonnaires Regiearbeiten
- Her name is Sabine (Elle s’appelle Sabine), Frankreich 2007
- Maddened by his absence (Je m’enrage de son absence), Frankreich 2012

Das 32. Internationale Filmfestival Braunschweig startet am 5. November 2018 mit dem Filmkonzert „Panzerkreutzer Potemkin“ von Sergej Eisenstein. Es spielt das Staatsorchester Braunschweig unter der Leitung von Yati Durant.
Insgesamt zeigt das Festival an sieben Tage über 200 Einzelveranstaltungen, Filmkonzerte, Vorträge, Präsentationen, Filmvorführungen, darunter 12 Welt-, eine Internationale Premiere, zwei Europäische Premieren, 57 Deutschland- sowie 11 Niedersachsen-Premieren.
Das Festival vergibt neun Preise im Gesamtwert von 53.500 Euro.

Pressemitteilung zum Download hier.

copyright: Gianmarco Chieregato