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Lovecraft at Midnight

Lovecraft at Midnight

„Ich werde niemals zulassen, dass eines meiner Werke zu dem platten, infantilen Quatsch banalisiert und vulgarisiert wird, den Radiohörer und Kinogänger für ‚Horrorgeschichten‘ halten!“ Dies schrieb H. P. Lovecraft (1895–1937) im Jahre 1933 in einem Brief. Anlässlich seines 125. Geburtstages ehren wir ihn mit einer Retrospektive. Das Leben schreibt die besten Geschichten. Lovecrafts Geschichten wurden zu Lebzeiten fast ausschließlich in Pulp-Magazinen veröffentlicht. Freunde gründeten 1939 den Verlag Arkham House, um sein literarisches Erbe aufleben zu lassen – mit Erfolg. Heute ist anerkannt: Lovecraft führte in seinem letzten Lebensjahrzehnt die phantastische Literatur in die Moderne. Das Grauen bricht aus den Tiefen der Zeit und des Raumes in unsere Welt ein. Und der Mensch verliert seinen Platz im Zentrum. Dieses Konzept des Cosmic Horror stellt einen Paradigmenwechsel dar. „Kein Tod, kein Verderben, keine Qual kann die alles übertreffende Verzweiflung auslösen, die aus einem Verlust der Identität resultiert.“ Im Angesicht einer galoppierenden Digitalisierung sind Lovecrafts Geschichten aktueller denn je. Dies drückt sich auch in unserer Filmauswahl aus. Cthulhu fhtagn. Clemens Williges

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