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• Braunschweiger Filmpreis

Den "Braunschweiger Filmpreis" im Wert von 3.000 € vergibt seit 2018 eine Gruppe von Braunschweiger Filmfreunden für die/den besten NachwuchsschauspielerIn.

Die Gewinner

© Stefan Klüter

2019: MAX HUBACHER für seine Rolle in "Der Läufer"

 

Begründung der Jury:

Jonas ist Koch, er trainiert für Olympia und hat eine Freundin. Mit ihr sucht er eine Wohnung. Er liebt seine Arbeit und seinen Sport. Auf den ersten Blick klingt das nach einem recht geordneten Leben. Doch das Trauma, das der Tod seines Bruders in ihm auslöst, lässt den eigentlich schüchternen und von seinem Umfeld geliebten jungen Mann zu einem raubenden, gewalttätigen und schließlich mordenden Täter werden. 

MAX HUBACHER spielt diese komplexe Figur in einer Intensität und Ruhe, dass es einem fast die Sprache verschlägt.

Meist sehen wir ihn allein, in langen Szenen und nonverbal. Doch man wagt nicht eine Sekunde den Blick von Max Hubacher abzuwenden, da stets etwas passiert, er stets unter Strom steht. Nie ist sein Spiel prätentiös, nie ist etwas zu viel, nie kommen Zweifel auf an seiner inneren Zerrissenheit und Leere, seiner Liebe und seinem Schmerz. In dieser körperlichen Tour de Force leiden und laufen wir mit ihm die endlosen Kilometer in denen er auf Erlösung hofft. Und wir hoffen für ihn mit. Wollen ihn in die Arme nehmen, ihn trösten.

Sehr dosiert und mit hoher Sensibilität spielt Max Hubacher den zunehmenden Verlust jeglicher Kontrolle über sein Handeln und seinen Kampf dagegen. Das Monster, das er hier mit zutiefst menschlichen Zügen gezeichnet hat, lässt den Zuschauer - weit über den Film hinaus - lange nicht los.

Es ist uns eine Freude, den „Braunschweiger Filmpreis 2019“ an Max Hubacher zu überreichen. 

 

2018: ANNA SUK für ihre Rolle in "Cops"

Begründung der Jury:

Das große Talent dieser Schauspielerin zeigt sich unter anderem darin, dass sie ihre Nebenrolle als Hauptrolle begreift. In jedem Moment ihres Spiels lässt sie uns uneingeschränkt an ihrem emotionalen Wandel teilhaben. Bereits in der ersten Szene zeigt sie die Welt einer einst schönen und gesunden Beziehung samt Vorahnung der Veränderung des Protagonisten. Die Bewunderung gegenüber ihrem Freund scheint durch und findet im Verlauf des Films eine Entwicklung – vom Zweifel bis zur Ohnmacht endend im Einstehen für sich selbst.

Die Jury 2018

Luise Brinkmann

Brinkmann studierte bis 2016 Regie an der IFS internationale filmschule köln. Ihr Abschlussfilm und erster Spielfilm BEAT BEAT HEART (2016) wurde nach seiner Premiere auf dem Filmfest München 2016 ausgezeichnet und war im selben Jahr Teil der Nominierten in der Reihe „Neue Deutsche Filme“ in Braunschweig.

Klaus Buhlmann

Wurde in Braunschweig geboren. Seinen beruflichen Werdegang begann er bei der Braunschweiger Zeitung und wechselte später zur Polizei Niedersachsens. Dort war er viele Jahre als Dezernatsleiter und Sprecher der Polizeidirektion Braunschweig tätig. Seit seinem Eintritt in den Ruhestand widmet er sich mit Begeisterung seiner Theater- und Filmleidenschaft..

Karsten Mielke

Karsten Antonio Mielke, 1977 in Recife, Brasilien, geboren, wuchs in Schleswig-Holstein auf. Nach einigen Reisen durch Europa zog er mit Anfang zwanzig nach Berlin, wo er Schauspielunterricht bei Larry Moss, Giles Foreman und Mike Bernardin nahm. Er spielte die männliche Hauptrolle im international ausgezeichneten Kinofilm DIE TOCHTER von Mascha Schilinski, der seine Weltpremiere bei der Berlinale 2017 feierte.

Franziska Pohlmann

Spielfilmdebüt DIE KRONE VON ARKUS. Filmmusikaufnahmen mit dem Orchester Babelsberg. Nominierung für den Deutschen Regiepreis Metropolis 2015 in der Kategorie Beste Regie Kinder-/Jugendfilm vom Bundesverband Regie. 2016 Regisseurin für das SZ-Magazin zum vierten Jahr des NSU-Protokolls. 2017 & 2018 Regisseurin für die Kinderserie SCHLOSS EINSTEIN. Komponistin und Dirigentin für diverse Chor-, Theater- und Filmproduktionen.