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• Volkswagen Financial Services Filmpreis (Jurypreis)

© Patrick Slesiona/Filmfestival

Neben dem Publikumspreis "Der Heinrich" zeichnet das Festivals 2018 erstmals einen Debüt- oder Zweitfilm in der "Wettbewerb"-Reihe mit dem "Volkswagen Financial Services Filmpreis" aus.

Den mit 10.000 Euro dotierten Preis verleiht eine dreiköpfige Jury für den besten Film der Reihe. Den Preis ermöglicht der Hauptsponsor des Festivals Volkswagen Financial Services.

Die Gewinner

2019: IN MY SKIN (FARMING)

Regie: Adewale Akinnouye-Agbaje, UK 2018, 107 Min.

Die Begründung der Jury:
Die Jury hatte eine schwere Entscheidung zwischen einer großen Vielfalt verschiedener Stile und künstlerischer Ansätze.Wir möchten an dieser Stelle zwei Arbeiten besonders erwähnen. SOLE von Carlo Sironi, für den behutsamen Umgang eines bisher unerzählten Traumas und gefühlskalte Anspannung. Für ein Porträt emotionsloser und doch aufgewühlter, junger Menschen, mit Liebe, Sorgfalt und ohne Verurteilung der Charaktere.Und außerdem I AM LYING NOW von Paweł Borowski, für ein ästhetisch buntes, skurriles und lebhaftes und doch dunkles Bild. Uns gefiel vor allem die Detailfreudigkeit beim Styling, der Symmetrie und die Ausstattung allgemein. Das Thema von Desinformation und Widersinn wird in diesem faszinierenden Script mit Sinn für Humor und Sorgfalt behandelt.Am Ende einigten wir uns aber darauf, den Preis an FARMING von Adewale Akinnuoye-Agbaje zu vergeben. Für seine kineastische Energie und sein kräftig, anklagendes und genau gezeichnetes Bild. Ein komplexes Porträt des sich selbst Verlierens, Einsamkeit und den Wurzeln von Wut und Grausamkeit. Eine moderne Geschichte einer vergessenen Vergangenheit, die mit sozialen und nationalen Stigmata kämpft, mit einem engagierten Besetzung und einzigartiger Erzählkunst.Ein großartiges Stück kineastischer Kunst!

Die Jury 2019

Olga Chajdas

Geboren 1983 in Polen. Polnische Theater-, Fernseh und Filmregisseurin. Ihr Langfilmdebüt NINA (2018) wurde in Rotterdam mit dem VPRO Big Screen Award ausgezeichnet. Sie ist eine von vier Regisseurinnen der ersten polnischen Netflix Original Serie 1983.

The Penelopes

Axel und Vincent, Elektro-Pop Band, Produzenten/Remixer und DJs. Remixes für The Cure, Pet Shop Boys, Alt-
J und Lana Del Rey und international Auftritte. Gerade wurden sie von Robert Smith von The Cure persönlich eingeladen, auf dem von ihm kuratierten Meltdown Festival aufzutreten.

Dr. Frank Woesthoff

Geb. 1959, Studium der Medienwissenschaften, Promotion in Literaturwissenschaft, Volontariat beim Bayerischen Rundfunk, Dramaturg, Regisseur und Geschäftsführer an diversen Staats- und Stadttheatern, freier Autor für Hörfunk und Fernsehen, Pressesprecher u.a. niedersächsische Landesregierung. Seit 2003 im Volkswagen Konzern in verschiedenen Management-Funktionen.

 

2019: X - THE EXPLOITED

Regie: Károly Ujj Mészáros, HUN 2018, 111 min.

Statement of the Jury:
Ten recent films competed for the Volkswagen Financial Services Film Prize, which was awarded for the first time, for the best newcomer or second film. The jury was almost as international as the productions. And with their professional background, their views of recent cinematic productions were as varied as the films. The "classic" newcomer theme, "growing up/generational conflict" and the associated "road movie" with a "classic" plot were a defining feature in the programme. 

Social studies on Eastern Europe or India with a special emphasis on the situation of women, youth protest in London or the aftermath of the political turning point around 1989 were to be discussed and evaluated. Many paths to the debut were represented: The feature film based on short films or screenplays, the feature film based on documentaries or clips, the TV production based on theatre work. All in all, this was a strong field that demanded intense arguments about individual perspectives. The jury was always aware that the best film and not the best screenplay, the best actress or the best director had to be nominated. Important criteria for them were the originality of the techniques and the intensity with which a film is able to generate interest for its theme and its protagonists.

Nevertheless, there were also outstanding individual performances, whereby the jury would like to highlight the young actor Andrea Lattanzi for the title role in "Manuel" by Dario Albertini. His portrayal of a child who was raised in an institution and now a young adult and who takes responsibility for his imprisoned mother, is intensely moving and carries the film.

However, the jury's vote for the best overall film performance went to a recent Hungarian production, "X- The Exploited" by Károly Ujj Mászáros. Superficially a Hungarian interpretation of the female investigator in Nordic Noir style, the film convinces with an extremely dense, always surprising arc of tension, realised with great attention to detail. Original pictorial symbolism perfectly stages the consistently strong, character-rich ensemble around the traumatised policewoman Eva (Móni Balsai). Secret services from the communist past, which have gone into hiding, once again create fear and terror against the background of the current conflicts about a democratic future. The gloomy style is thus anything but a decorative end in itself, but is the causal driver of history. 

A great piece of European cinema and a worthy first prize winner of the new Volkswagen Financial Services Film Award.

Die Jury 2018

Digital 21

Digital 21 ist Musiker, Komponist, Produzent und Videokünstler. Der namenhafte Künstler führte bereits Regie bei mehreren Musikvideos. Er kombiniert experimentelle Musik mit Videokunst (Guggenheim, MUA, MACBA, ...) und ist der zweite Kopf von „DIGITAL 21+ STEFAN OLSDAL“ sowie für die Live Visuals verantwortlich.

Ingo Haeb

Filmstudium an der Kunsthochschule für Medien in Köln, danach ein Drehbuchstudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie. Seit 2001 hat er Drehbücher für neun Kinofilme geschrieben, darunter AM TAG ALS BOBBY EWING STARB (2006), der mit dem Max- Ophüls-Preis als bester Debütfilm und dem Drehbuchförderpreis der Eurovision ausgezeichnet wurde.

Kaja Klimek

Filmkritikerin, Filmpädagogin und freiberufliche Filmvorführerin. Sie übersetzt Filme, schreibt gelegentlich über sie und diskutiert sie ständig. Entweder mit Filmemacher*innen und Zuschauer*innen auf Filmfestivals und Kinos oder mit Student*innen des Instituts für Journalismus der Universität von Warschau in Polen, aber auch mit Kindern im Rahmen des New Horizons Festivals, des polnischen Filminstituts oder des Filmoteka Szkolna Programm für Filmpädagogik.

Dr. Frank Woesthoff

Geb. 1959, Studium der Medienwissenschaften, Promotion in Literaturwissenschaft, Volontariat beim Bayerischen Rundfunk, Dramaturg, Regisseur und Geschäftsführer an diversen Staats- und Stadttheatern, freier Autor für Hörfunk und Fernsehen, Pressesprecher u.a. niedersächsische Landesregierung. Seit 2003 im Volkswagen Konzern in verschiedenen Management-Funktionen.