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Presse/News Artikel

05.01.2018

KINEMA Preis-Gewinner Morgan Simon präsentiert „Compte tes blessures“ im Kino im Künstlerhaus in Hannover

2016 gewann der französische Regisseur Morgan Simon mit seinem Film „Compte tes blessures“ (A Taste of Ink) den deutsch-französischen Jugendpreis KINEMA des Braunschweiger Filmfestivals. Am kommenden Dienstag, 9. Januar, präsentiert Simon das intensive Vater-Sohn-Drama gemeinsam mit seinem Darsteller Nathan Willcocks in gleich zwei Vorstellungen im hannoverschen Kino im Künstlerhaus. Die beiden Filmschaffenden sind anlässlich des Filmbildungstags des Schulkinoprojekts KINEMA zu Gast in Hannover, ein Projekt, das vom Niedersächsischen Kultusministerium gefördert wird.

Das interkulturelle Schulkinoprojekt KINEMA ist aus der Regionalpartnerschaft zwischen dem Land Niedersachsen und der Région Normandie hervorgegangen und um die zentrale Achse Niedersachsen-Normandie herum stetig gewachsen. Dieses Wachstum ist nicht zuletzt Ausdruck von dem erfolgreichen Ansatz des Projekts, das den Kinofilm und seine Vermittlung in schulischen Zusammenhängen nutzt, um Jugendliche, Lehrkräfte, Schulen, Bildungsbehörden und Filmschaffende aus verschiedenen Regionen Europas zu einem grenzüberschreitenden Dialog zu ermuntern. 2013 wurde dieser interkulturelle Ansatz im Sinne des Weimarer Dreiecks durch die Einbeziehung der niedersächsischen Partnerregion Niederschlesien erweitert.

KINEMA baut Brücken zwischen den drei Regionen im Herzen Europas und führt Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen: KINEMA verbindet in jedem Schuljahr ca. 450 Schüler*innen, 24 Lehrkräfte und Schulen, 5 Bildungsbehörden und zahlreiche Filmschaffende.

Sechs junge KINEMA Projekt-Teilnehmer im Alter von 16 bis 21 Jahren bildeten die Jury, die auf dem Internationalen Filmfestival Braunschweig den Gewinner des KINEMA-Preises auswählt. Die Jury des Jahres 2016 urteilte über „Compte tes blessures“:

„Ein simples, aber komplexes Drehbuch, indem nicht viel gesagt, aber alles gezeigt wird. Morgan Simon adaptiert den Oedipuskomplex auf eine moderne Weise und verdeutlicht den Konflikt und die Liebe zwischen Vater und Sohn, auf allen nur erdenklichen Ebenen. 'Compte tes blessures' zeigt die konstante Auseinandersetzung des Protagonisten mit der realen Welt, sowie einen Generationenkonflikt mit dem sozialen Milieu des Sohns und dem des Vaters als Streitparteien. Die Kinematographie, welche die Energie der Geschichte einfängt und die kraftvolle Musik, die den Gefühlen und der Wut Luft machen, wirken erhaben über dem atemberaubenden Schauspieltrio. Beide bewirken eine Katharsis, die beim Zuschauer ein versöhnliches Gefühl auslöst, und ihn getröstet den Saal verlassen lässt.
Der Film zeigt, dass Morgan Simon ein großer Hoffnungsträger für das französische und europäische Kino von morgen ist“.

Den Preis, der seit 2007 vergeben wird, unterstützen das Land Niedersachsen, das Deutsch-Französischen Jugendwerk, Antenne Métropole, die Region Normandie, die Filmstiftung Pôle Image Haute-Normandie und die Académie de Rouen.

Mit ihrer Auswahl bewies die junge Jury filmischen Sachverstand. „Compte tes blessures“ gewann noch weitere Preise internationaler Festivals wie San Sebastian, Stockholm, Angers, Aubagne uam. 

Als weiteren Film des diesjährigen Filmbildungstags zeigt das KINEMA-Projekt die deutsche Produktion „Über uns das All“ von Regisseur Jan Schomburg (Deutschland, 2011), der seinen Film den Schüler*innen ebenfalls persönlich vorstellen wird.

Regisseur Morgan Simon gewann mit COMPTE TES BLESSURES den KINEMA-Preis 2016