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QUEERER FILMPREIS NIEDERSACHSEN

Der "Queere Filmpreis Niedersachsen" wird seit 2017 vom Queeren Netzwerk Niedersachen (QNN) verliehen und findet im Rahmen der Kampagne „Für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt* in Niedersachsen“ statt, einer Kooperation des Niedersächsischen Sozialministeriums mit dem QNN. Zentrales Anliegen ist die stärkere Sichtbarkeit des les.bi.schwulen, trans*, inter und queeren Filmschaffens. Durch die Partnerschaft mit dem BIFF erreicht dieser junge Filmpreis die Mitte der cineastisch interessierten Gemeinschaft. Die sechs nominierten Filme werden in der Reihe „QUE*RSCHNITT“ gezeigt, für die BIFF und VSE Braunschweig e.V. als Träger des monatlichen QueerCinema zusammenarbeiten.

 

Grußwort von Dr. Carola Reimann (Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung):

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Filmfreunde,

Filme sind viel mehr als bloße Unterhaltung, sie prägen gesellschaftliche Rollenbilder und regen zu Diskussionen an. Deshalb ist es wichtig, dass sich auch die sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in diesem Medium widerspiegelt: Um Vorurteile und Klischees abzubauen, aber auch um queere Lebensformen sichtbar zu machen. Dies ist auch ein Anliegen der Niedersächsischen Landesregierung, wir wollen Barrieren abbauen und zur kreativen Auseinandersetzung mit Ängsten und Stereotypen ermutigen. Die sechs nominierten Filme werden diesem Anspruch in sehr unterschiedlicher Weise gerecht, das hat es für die Jury nicht leicht gemacht. Allen Beiträgen ist jedoch gemeinsam, dass sie nicht belehrend mit dem sprichwörtlichen „erhobenen Zeigefinger“ daher kommen, sondern sich künstlerisch und durchaus unterhaltsam mit dem Thema auseinandersetzen. Es geht um Vielfalt, es geht um Akzeptanz und Wertschätzung und es geht um Gefühle. Und das geht uns alle an. Daher freue ich mich, dass der Queere Filmpreis Niedersachsen in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal verliehen werden kann und danke allen, die dazu beigetragen haben.

Ihre
Dr. Carola Reimann
Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

Die Jury 2018

HANS HENGELEIN
Zuständiger Referent für die Belange sowie die Akzeptanz und Förderung von LSBTI*. Niedersächsisches Ministerium für Gesundheit, Soziales und Gleichstellung.

CHRISTOPHER KÜHNE
Perlen-Team Hannover; Mitwirkung bei der Anfrage, Auswahl und Bestellung von Lang- und Kurzfilmen, Grafik und Layout.

JESSICA LACH
Landeskoordinatorin im QNN für MOSAIK Gesundheit – ein Projekt für lesbische, bisexuelle und queere Frauen* in Niedersachsen.

STEFAN OLSDAL
Der Bassist der alternativen Rock Band Placebo setzt sich für die LGBTQI*-Community ein. In jedem Land (auch in den Ländern, in denen Anderssein ein Problem darstellt) spielt er mit einer Bass-Gitarre, die er in den Farben des Regenbogens bemalt hat.

MARA OTTERBEIN
Seit September 2017 Landeskoordinatorin bei TiN | Trans* in Niedersachsen.Weiterhin in unterschiedlichen trans*-Zusammenhängen ehrenamtlich engagiert.

LUCIE VEITH
Netzwerkkoordinatorin für die Belange intergeschlechtlicher Menschen in Niedersachsen, Inter*- und Menschenrechtsaktivistin, 2017 ausgezeichnet mit dem nationalen Preis der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

Der Gewinnerfilm 2018: NINA

Regie: Olga Chajdas, Polen 2018, 130

Die Begründung der Jury: 

6 außergewöhnliche queere Filme wurden uns vorgeschlagen, die in ihrer Art nicht unterschiedlicher sein konnten. Jeder Film hat das Potenzial, einen Preis zu gewinnen. Trotzdem musste die Jury eine Entscheidung treffen. Den Preis erhält der Film „Nina“ von Olga Chajdas. Sie zeichnet darin das Porträt einer starken Frau, die zu Beginn des Films gemeinsam mit ihrem Mann auf der Suche nach einer Leihmutter ist. Durch einen Zufall landet die junge, lesbische Magda in Ninas Leben und stellt dieses auf den Kopf. Schnell ändert sich das Verhältnis zwischen Nina und Magda von potentieller Leihmutter zur Geliebten.

Die Auswahl der Darsteller*innen erzielt eine Sichtbarkeit für eine Paarkonstellation zwischen femininen Frauen mit einem größeren Altersunterschied und für die Unruhe und Unsicherheit, die bei einem späten oder gar plötzlichen Coming-Out entsteht. Spannenderweise outet sich Nina im späteren Verlauf gar nicht als lesbisch, sondern als „magda-sexuell“. 

Die Regisseurin Olga Chajdas setzt mehrere unkonventionelle Elemente in dem Film um. Als außergewöhnliche Stilmittel sind hier „Bildgestaltung“, „Kameraführung“ und "narrative Eigenheiten" zu nennen. Generell wirkt der Film eher düster und kalt, er durchbricht das Klischee des „lesbischen Filmes“, der häufig als romantisch und warm gilt." 

Die Jury gratuliert dem Team um Olga Chajdas zu dieser filmischen Leistung und in „NINA“ ist ein würdiger Siegerfilm für den 2. Queeren Filmpreis des Landes Niedersachsen gefunden.