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• Green Horizons Award

2018 wird erstmals der "Green Horizons Award", gestiftet von der Unternehmensgruppe Oeding, für den besten Film der Nachhaltigkeitsreihe "Green Horizons" verliehen. Eine Jury zeichnet den Film aus, der am ehesten durch die gezeigte Kombination von Fakten, Geschichten, Engagement, Worten, Musik und Bildern das größte Potenzial hat, Menschen zu einer Veränderung von Verhalten, Gedanken oder Einstellungen im Interesse einer nachhaltigen Entwicklung zu bewegen.

 

 

Gewinner 2019: GREEN WARRIORS: PARAGUAY'S POISONED FIELDS

Nicht nur in Brasilien brennt der Regenwald, auch in Paraguay werden riesige Flächen für den Sojaanbau für Europas Mastviehfabriken brandgerodet. GREEN WARRIORS behandelt schwerpunktmäßig den massiven Einsatz von Ackergiften, der schwere gesundheitliche und genetischen Schäden bei der um die Sojafarmen lebenden Bevölkerung verursacht. Ein Team von Aktivisten erstellt umfangreiche Studien, die Parlament und Senat des Staates beschäftigen.

Die Begründung der Jury:

„Green Warriors: Paraguay‘s Poisoned Fields” ist ein Film, der uns die Augen öffnet, uns angeht, bewegt – und nachhaltig zum Nachdenken anregt. Es geht um Ausbeutung, Ungerechtigkeit, Zerstörung und den Mut, sich dagegen zu wehren.
Der französische Filmemacher Martin Boudot beleuchtet in dieser Dokumentation die globale Produktions- und Vertriebskette, die mit dem Soja-Anbau verbunden ist –  mit allen daraus resultierenden Konsequenzen für Menschen, Tiere und Umwelt. Die ärmliche Landbevölkerung muss hilflos mitansehen, wie direkt neben ihren Häusern die Soja-Felder mit hoch toxischen Insektiziden und Herbiziden eingenebelt werden. Nach den Besprühungen sterben manche Kinder und Tiere auf der Stelle, andere leiden aufgrund der DNA-Schädigung unter Behinderungen.

Bei seinen investigativen Recherchen in Paraguay bringt der Filmemacher in Erfahrung, dass auf den Soja-Plantagen giftige Substanzen versprüht werden, die in Europa schon längst nicht mehr zugelassen sind. Über die Nahrungskette landen sie auch dort auf den Tellern der Konsumenten. Von dem Anbau der Monokulturen, dem sogenannten „Paraguays Gold“, profitieren vor allem die Chemie-Konzerne und die weltweit agierenden Lebensmittel-Discounter.
Die zuständigen Politiker ignorieren diese Umweltverbrechen. Der französische Journalist schickt Pflanzenproben ins Labor und veranlasst gemeinsam mit einer Ärztin eine Reihenuntersuchung von betroffenen Kindern. Mit diesem Beweismaterial gehen sie an die Öffentlichkeit. Martin Boudot dokumentiert nicht nur die Missstände, sondern beeinflusst als Aktivist maßgeblich das Handlungsgeschehen. Sein Film ist erschütternd und zugleich ermutigend, denn er zeigt, dass Menschen etwas bewegen können, wenn sie sich gemeinsam gegen Unrecht auflehnen.
„Green Warriors: Paraguay‘s Poisoned Fields” schärft den Blick für komplexe Zusammenhänge: Die billigen Fleischprodukte haben einen hohen Preis – für die arme Landbevölkerung in Paraguay, aber auch für die Verbraucher in anderen Ländern.

Die Jury 2018

Hische/Skowron

Alina Hische (25) und Johannes Skowron (24) sind die Gründer des Social Startups "Re-Athlete". Unter diesem Namen vertreiben die beiden Studenten nun schon seit zwei Jahren recycelte Sportswear, die aus Ozeanmüll hergestellt wird. Sie vereinen Nachhaltigkeit und Sport mit einer regionalen Produktion.

Antje Hubert

Geboren in Celle, Niedersachsen, studierte sie Bildende Kunst und Geschichte in Braunschweig und Kiel. Bis 2017 war sie als Regisseurin, Produzentin und Filmgeschäftsführerin in der thede Filmproduktion GbR tätig. Seit 2018 produziert Antje Hubert unter dem eigenen Label mairafilm.

Roland Makulla

Der gebürtige Braunschweiger kehrte nach verschiedenen Stationen im Ausland 2007 in die Löwenstadt zurück, übernahm als Quereinsteiger das Qualitäts- und Nachhaltigkeitsmanagement bei der oeding print GmbH und steht mit großer persönlicher Überzeugung hinter der Transformation des Unternehmens in eine der „grünsten“ Druckereien Deutschlands.

Die Gewinner

DARK EDEN

Regie: Jasmin Herold & Michael Beamish, Deutschland 2018, 80 Min.

 

Die Begründung der Jury:

Gesucht war der Film, der„das größte Potential hat, Menschen zu einer Veränderung von Verhalten, Gedanken oder Einstellungen im Interesse einer nachhaltigen Entwicklung zu bewegen.“

Die Jury hat sich für einen Film entschieden, der an einen Ort führt, dessen Bewohner die offensichtliche Verseuchung ihrer Umwelt systematisch ausblenden. Sie haben einen Verdrängungsmechanismus perfektioniert haben, den wir alle kennen: Einfach nicht zu sehen, was man weiss.

in DARK EDEN erzählen die deutsche Filmemacherin Jasmin Herold und ihr  kanadischer Film- und Lebenspartner Michael Beamish vom Leben in Fort Mc Murray, einer Stadt in der kanadischen Provinz, wo auf gigantischen Flächen Ölsande abgebaut werden.

Die Filmemacher lassen ihren Protagonisten und ihrer Weltsicht angenehm viel Raum: unerschütterliche Optimisten und verzweifelte Glücksucher, auf unterschiedliche Weise die kleinen Profiteure im großen Spiel der übermächtigen Ölindustrie. Vor der Kamera versuchen sie, ihre eigenen Rollen zu definieren, die erst ins Wanken geraten, als plötzlich die eigene Existenzgrundlage bedroht ist. 

Mit kluger Dramaturgie und in eindringlichen Szenen gelingt es den Filmemachern, dass wir die Überlebensstrategie der Protagonisten verstehen und als Parabel für den Zustand dieser Welt lesen können. DARK EDEN ist ein Film, der im Gedächtnis bleibt. Spannend erzählt und mit eindrucksvollen Bildern bringt er ein Stück Welt- und Selbsterkenntnis auf die Leinwand, und ist gerade deshalb ein wertvoller Beitrag für alle, die sich um diese Welt sorgen und zu ihrer Rettung beitragen wollen.

Wir wünschen diesem Film ein möglichst großes Publikum.