Das Braunschweig International Film Festival 2021: von Sebastian Koch bis MC Rene

Vom 01. bis zum 07. November findet das diesjährige Braunschweig International Film Festival (BIFF) statt. „Die Europa“, den Preis für das Lebenswerk, verleiht das BIFF gemeinsam mit Hauptsponsor Volkswagen Financial Services an den international gefragten Schauspieler Sebastian Koch.

Knapp 230 Kurz- und Langfilme, spannende Sonderveranstaltungen etwa im Braunschweiger Dom, Staatstheater Braunschweig und Eulenglück, eine beeindruckende Frauenquote sowie das bis dato höchstdotierte Preisgeld für die insgesamt neun Preise des BIFF: Das Braunschweig International Film Festival stellt sich mit einer hybriden Ausgabe stark auf. Vom 01. bis zum 07. November lädt es an diverse Spielstätten der Löwenstadt sowie in zahlreiche Online-Streams ein.

Wie der Verein Internationales Filmfest Braunschweig, Veranstalter des Braunschweig International Film Festival (BIFF), heute gemeinsam mit Hauptsponsor Volkswagen Financial Services bekannt gab, findet das diesjährige Festival vom 01. bis zum 07. November als hybride Veranstaltung statt. Cineast:innen dürfen sich dabei auf insgesamt 228 Kurz- und Langfilme, 55 Premieren und darunter 42 Deutschland- sowie neun Weltpremieren freuen.

„Die Zeit der Corona-Pandemie haben wir für eine Transformation genutzt: Gemeinsam mit unseren Sponsoren und Förderern – und unter gemeinsamen Einsatz unsere Vereinsmitglieder sowie unserer hauptamtlichen Kolleg:innen – haben wir das Film Festival strukturell und konzeptionell neu aufgestellt“, skizziert Thorsten Rinke, Vorstandsvorsitzender des Filmfest-Vereins. Trotz Pandemie-bedingter Umstände, auch in der Film- und Kinobranche, sei es gelungen ein vielfältiges Programm auf die Beine zu stellen.

 

Sebastian Koch lädt zu einer filmischen Reise durch sein schauspielerisches Schaffen

 

Neun Preise werden beim diesjährigen BIFF insgesamt verliehen, darunter vier in Kooperation mit dem Film Festival-Hauptsponsor Volkswagen Financial Services. Der mit 20.000 Euro mit Abstand höchstdotierte Preis: „Die Europa“, die Würdigung eines europäischen Schauspielers für sein Lebenswerk. Im Rahmen der Preisverleihung am 06. November im Großen Haus des Staatstheaters wird er überreicht an den Grimme- und Bambi-Preisträger Sebastian Koch, der sich unter anderem mit dem Oscar-prämierten Werk „Das Leben der Anderen“ international einen Namen machte. „Das Kino ist nach wie vor eine der wichtigsten Stätten zum Träumen und zum Nachdenken“, freut sich Koch auf das Braunschweiger Festival. Übrigens gilt diesem Besuch gleich doppelte Freude: Am 05. November begrüßt Sebastian Koch gemeinsam mit dem irisch-deutschen Geiger Daniel Hope unter dem Titel „Paradies“ zu einer musikalischen Lesung. „Wir haben die archaischste Form aller Formen gewählt: Zwei Spots, zwei Männer – einer mit Stimme, der andere mit einer Geige, sonst nichts. Die Texte und die Musik sind miteinander verwoben, leiten ineinander über und es entsteht eine wundervolle Geschichte über diese, unsere Welt und den Kreaturen, die in ihr leben und sterben“, skizziert Koch den besonderen Abend.

Apropos besondere Abende: Eröffnet wird das BIFF am 01. November standesgemäß mit einem Filmkonzert, das gemeinsam mit dem Staatsorchester Braunschweig des Staatstheaters Braunschweig in Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum München realisiert wird. So zeigt das Festival zur Eröffnung die neue 4K-Restaurierung des expressionistischen Klassikers „Der Golem, wie er in die Welt kam“ aus dem Jahr 1920. Erstmalig seit über 90 Jahren wird Hans Landsbergers lange als verschollen geltende Premierenmusik dabei in großer symphonischer Orchesterbesetzung aufgeführt – unter Leitung des Orchesterdirektors Martin Weller. Weller dazu: „Die diesjährige Eröffnung ist dramaturgisch der wichtigste Start, den wir je hatten.“

 

Reichlich Frauenpower, regionale Bezüge und starke Dokumentationen

 

Angeführt wird das Braunschweig International Film Festival seit diesem Jahr von der neuen Doppelspitze Karina Gauerhof (Leitung Programmmanagement) und Anke Hagenbüchner (Leitung Festivalorganisation). Und auch im Programm selbst steht „Frauenpower“ im Fokus: 116 der 228 Filme entspringen der Leitung von Filmemacherinnen – mehr als die Hälfte aller Werke. „Nicht nur unser wichtiger Jurypreis ‚Die Tilda’ für den besten Film einer Regisseurin macht es deutlich: auch mit Blick auf die Filme selbst zeigt sich, dass die damit verbundene inhaltliche Auseinandersetzung in einen stärkeren Fokus rückt“, so Gauerhof. Weiterhin falle auf, „dass der Dokumentarschwerpunkt insgesamt mehr Gewicht bekommt. Was auch daran liegt, dass immer mehr starke Dokumentationen auf den Markt kommen.“ So seien beim 35. BIFF unter anderem „Monobloc“ (über das meistverkaufte Möbelstück aller Zeiten), „Glory to the Queen“ (wie vier Frauen die Welt schachmatt setzen), „Writing with Fire“ (über unabhängigen Journalismus in Indien) oder auch eine Dokumentation über die Juristin und Islamreformerin Seyran Ateş zu sehen.  Die deutsch-türkische Anwältin Ateş wird übrigens auch beim Festival selbst anwesend sein.

Die hiesige Region steht bei der „Heimspiel“-Reihe im Vordergrund. In dieser Kategorie wird der beste Film mit regionalem Bezug mit einem Jurypreis ausgezeichnet – nominiert ist etwa „Die Saat“ der gebürtigen Braunschweigerin Mia Maariel Meyer. In dem Werk hat indes Hanno Koffler – Lebensgefährte von Filmemacherin Meyer – eine der Hauptrollen inne, der Schauspieler ist den Braunschweigern bestens bekannt als ehemaliges Mitglied des Ensembles des Staatstheater Braunschweig.  Schon früh entdeckte sie den Zauber der Bühnenkunst: Die gebürtige Gifhornerin Katharina Marie Schubert ist bei dem BIFF mit dem Film „Das Mädchen mit den goldenen Händen“ mit von der Partie: In ihrem Regiedebüt porträtiert Schubert eine unbeugsame Frauenfigur, verkörpert von Corinna Harfouch, und vermisst dabei zugleich den Graben zwischen Ost und West, mit leisem Witz und lebendigen Charakteren.

 

BIFF und Volkswagen Financial Services: Ein gemeinsames Vierteljahrhundert

 

Mit jeweils 10.000 Euro dotiert sind der „Volkswagen Financial Services Filmpreis“ sowie „Der Heinrich“ – erstgenannter Jurypreis wird an den besten Film im Wettbewerb verliehen, „Der Heinrich“ fungiert als Publikumspreis und gilt ebenfalls dem besten Film im Wettbewerb. Beide Preise sollen helfen, filmischen Nachwuchs zu unterstützen und werden von Hauptsponsor Volkswagen Financial Services zur Verfügung gestellt. Das Engagement einerseits in der Region, andererseits insbesondere beim Braunschweiger Film Festival, es ist Volkswagen Financial Services eine Herzensangelegenheit: Die Zusammenarbeit geht in 2021 bereits in das 25. Jahr. „Das Vierteljahrhundert ist ein Beleg dafür, dass wir ein nachhaltiges Interesse an dem Engagement haben“, skizziert Uwe Tschischak, Leiter der Unternehmenskommunikation von Volkswagen Financial Services. Er erläutert: „Besonders im Kontext der Corona-Pandemie wird den Menschen klar, wie sehr Kultur auch ein Bildungsauftrag ist und wie sehr sie für das Leben der Menschen wichtig ist. Und dabei nicht nur ein Add-on oder Nice-to-have ist, sondern ein wesentliches Element des bunten Lebens sein muss. Deswegen freuen wir uns besonders, wenn wir das weiterführen dürfen. Und natürlich sollten wir den Standort damit nicht unterschätzen, sondern ihn auch attraktiver machen und ein Stück internationalen Glamour nach Braunschweig bringen.“

Ganz wesentlich für die Entwicklung des Festivals sei auch die Zusammenarbeit mit der nordmedia sowie der Stadt Braunschweig. „Fest steht: Unsere Partner:innen glauben an das Festival“, freut sich Vereinsvorsitzender Rinke. Dr. Anja Hesse, Kulturdezernentin der Stadt Braunschweig, erklärt: „Die Stadt Braunschweig gehört zu den langjährigsten und treuesten Förderern des Filmfestivals. Es ist anderseits ganz klar, dass kein Festival dieser Klasse und Vielfalt mit der alleinigen Unterstützung der Stadt durchgeführt werden könnte, sondern dass dazu ein ganzes Netzwerk an Förderern und Sponsoren gehört, die als zuverlässige Partner vor Ort ihren Beitrag zu dem Erfolg des Festivals leisten.“ Auch lobt die Kulturdezernentin das Festival als Plattform: „Das Braunschweig International Film Festival steht seit jeher für eine beispiellose Vernetzung der Kulturschaffenden in der Stadt.“

 

MC Rene begrüßt für Filmvorstellung in Discothek Eulenglück

 

Für viele Akteur:innen – seien es Filmemacher:innen oder andere Beteiligte des Festivals – schließt sich im Rahmen des Film Festivals der Kreis der eigenen, künstlerischen Arbeit. So auch für den gebürtigen Braunschweiger MC Rene, seines Zeichens einer der wichtigsten Freestyle-Rapper der 90er-Jahre: Er wird im Rahmen einer Sonderveranstaltung am 05. November seine Dokumentation „Anomalie“ präsentieren, die seine musikalischen Anfänge in der Löwenstadt skizziert.

Mit Blick auf die anstehenden Filmscreenings und Sonderveranstaltungen schildert Hagenbüchner, Leiterin der Festivalorganisation: „Die mit der Corona-Pandemie verbundenen Rahmenbedingungen für die Veranstaltungen werden sich im Verlauf der nächsten Wochen abklären, auch mit Blick auf die Hygienekonzepte sind wir da von Auflagen von Land und Stadt abhängig. So oder so freuen wir uns aber sehr, dass wir in diesem Jahr endlich wieder Kinogenuss vor Ort zelebrieren können – und das gemeinsam.“ Der Ticketvorverkauf für das 35. BIFF startet am 18. Oktober, weitere Informationen gibt es auf www.filmfest-braunschweig.de, aktuelle Hinweise auf den Facebook- und Instagram-Kanälen des Festivals.

 

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ECKDATEN

 

Das 35. Braunschweig International Film Festival (BIFF) in Zahlen.

 

Anzahl der Filme

Langfilme: 83

Kurzfilme: 79

Kurzfilme der Hochschulen: 66

Gesamt: 228 (inkl. Hochschulfilmen)

 

Frauenquote (Filmanteil von Regisseurinnen)

Langfilme: 42% | 35 Filme von 83

Kurzfilme & Filme der Hochschulen: 56% | 81 Filme von 145

Gesamt: 51% | 116 Filme von 228

 

Premieren

55 Premieren (knapp 25%!)

9 Weltpremieren

3 Internationale Premieren

1 Europäische Premiere

42 Deutschlandpremieren

 

Onlinefestival

Langfilme: 33

Kurzfilme: 30

Gesamt: 63

 

Preise und Preisgelder 2021

Die Europa | Preisgeld: 20.000 Euro | Sponsor/Förderer: Volkswagen Financial Services

Volkswagen Financial Services Filmpreis | Preisgeld: 10.000 Euro | Sponsor/Förderer: Volkswagen Financial Services

Der Heinrich | Preisgeld: 10.000 Euro | Sponsor/Förderer: Volkswagen Financial Services

Die Tilda | Preisgeld: 5.000 Euro | Sponsor/Förderer: 65 Braunschweiger:innen aus der Stadtgesellschaft

Braunschweiger Filmpreis | Preisgeld: 5.000 Euro | Sponsor/Förderer: 24 Braunschweiger:innen aus der Stadtgesellschaft

Queerer Filmpreis Niedersachsen | Preisgeld: 5.000 Euro | Sponsor/Förderer: Queeres Netzwerk Niedersachsen (QNN)

Green Horizons Award | Preisgeld: 2.500 Euro | Sponsor/Förderer: AGIMUS, ALBA, oeding print, HOFFMANN Maschinen- und Apparatebau GmbH

KINEMA | Preisgeld: 2.000 Euro | Sponsor/Förderer: Land Niedersachsen, Académie de Rouen (Normandie), Kinema e. V., Antenne Métropole

Heimspiel Preis | Preisgeld: 1.000 Euro | Sponsor/Förderer: Volkswagen Financial Services

Gesamt: Neun Preise | 60.500 Euro Preisgelder

 

Die zugehörige Pressemitteilung können Sie hier herunterladen.

Thorsten Rinke, Vorsitzender des Filmfest-Vereins, bei der Vorstellung des diesjährigen BIFF-Programms. Bildnachweis: Andreas Rudolph.

(v.l.n.r.) Uwe Tschischak (Volkswagen Financial Services, Leiter Unternehmenskommunikation), Karina Gauerhof (BIFF, Leiterin Programmmanagement), Anke Hagenbüchner (BIFF, Leiterin Festivalorganisation) und Thorsten Rinke (BIFF, Vorsitzender des Filmfest-Vereins) bei der Programmvorstellung. Bildnachweis: Andreas Rudolph.

„Die Europa“, den Preis für das Lebenswerk, verleiht das BIFF gemeinsam mit Hauptsponsor Volkswagen Financial Services an den international gefragten Schauspieler Sebastian Koch. Bildnachweis: Mathias Bothor.